Die 10-jährige Zinsbindungsfrist des Baudarlehensvertrags meiner Mutter läuft aus. Jetzt möchte sie die Restsumme von 17.500 EURO mit einem Ratenkredit ablösen. Ist das überhaupt möglich? Kann man eine solche Umschuldung überhaupt betreiben?
Die SWK-Bank bietet zur Zeit den Kredit mit 84 Monaten Laufzeit ab 4,6 % Effektivzins an. Das liegt deutlich unter den von der Hausbank meiner Mutter angebotenen Konditionen für Baudarlehn.
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Das müsste schon gehen, warum nicht? Der Bank ist doch letzten Endes egal, woher das Geld kommt, mit dem das Darlehen abgelöst wird. Die Frage ist nur, ob sie den Ratenkredit bekommt, und wenn ja, ob das günstiger für sie ist als ein Hypothekenkredit. Theoretisch müssten die Zinsen bei einem Baudarlehen auch weiterhin niedriger sein als bei einem Ratenkredit, weil die Sicherheiten (Grundschuld) ja besser sind.
Möglich ist das schon, aber eigentlich ist ein Baudarlehen billiger.
Die Frage ist, ob die so eine geringe Summe über ein Baudarlehen finanzieren. im Zweifel hat sie ja als Sicherheit ein Haus im Rücken. Insofern sollte auch der normale Ratenkredit keine irren Zinsen kosten.
Möglich ist es durchaus. Allerdings können einige Nebenkosten entstehen. Du solltest daher genau prüfen, um wie viel das Baudarlehen überhaupt teurer wird.
Mögliche Nebenkosten:
* Vorfälligkeitsentschädigung für das Baudarlehen
* Disagio (also ein Abzug) des neuen Darlehens
* Bearbeitungsgebühren des neuen Darlehens
* Kreditausfallversicherung für das neue Darlehen (fordern viele Banken, weil man dadurch doppelt verdient)
Und dann ist ein billiger Ratenkredit meist immer noch teurer als ein teures Baudarlehen.
Möglich ist es, aber unsinnig, weil der muss auch zurückgezahlt werden. Dann ist es kostengünstiger das bestehende Darlehen ohne Zinsbindung weiter laufen zu lasse. Dann kann immer getilgt werden und in jeder Höhe.
Also möglich ist es aber wirtschaftlich gesehen ist es nicht ratsam das zu tun. Das Baudarlehen ist erstens im allgemeinen preiswerter als der Konsumkredit und der Konsumkredit ist auch nur für kürzere Zeit gedacht. Wenn es ihr alleine um die Laufzeit geht da kann man auch mit der Bank über eine Laufzeitverkürzung reden.
Entweder lässt Deine Mutter das bestehende Darlehen weiterlaufen oder sie macht eine Anschlussfinanzierung, um sich die historisch immer noch niedrigen Bauzinsen längerfristig zu sichern. Wie wichtig es gerade bei einer Baufinanzierung ist, auf die Zinsen zu achten, kann man etwa an dem auf auf http://www.online-kredite.com/ratgeber/zins-baufinanzierung.html veröffentlichten Beispiel wunderbar nachverfolgen. Dass ein Baudarlehen günstiger als ein Ratenkredit ist, hat im Übrigen schon den ganz einfachen Grund, dass es durch eine Grundschuld besichert ist. Diese dingliche Sicherheit verringert das Risiko des Finanzierers und damit den Risikoaufschlag auf den Darlehenszins.
Also wenn die Zinsbindung ausläuft fällt definitiv keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Der Bank ist es in dem Fall erst mal egal, wie der Kredit abgelöst wird. Wenn Deine Mutter die bei der SWK genannten Konditionen bekommen sollte (bitte erst mal anfragen, denn oft heisst es ab x %, abhängig von der Bonität. War gerade auf der Homepage der SWK, da ist das auch so.
Deshalb am Besten dort informieren, wie das bei der Bonität Deiner Mutter ist, ob der Zinssatz gehalten werden kann. Wenn Sicherheiten verlangt werden und die Grundschuld dienen soll, dann bitte nicht vergessen, dass der Notar Geld kostet und das Grundbuchamt für die Umschreibung der Grundschuld wiederum Geld verlangt. Damit kann der Preisvorteil durch den niedrigeren Zinssatz flöten gehen.
Trotzdem würde ich mir ein detailliertes Angebot der SWK machen lassen und dann damit nochmal zur Hausbank gehen. Die lassen sich dann normalerweise noch mal herunter handeln und die Zusatzgebühren fallen nicht an, da kein Bankwechsel.